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LIN (Local Interconnect Network) ist ein kostengünstiges serielles Kommunikationssystem, das für die Vernetzung einfacher elektronischer Baugruppen in Fahrzeugen entwickelt wurde. Es eignet sich besonders dort, wo Sensoren und Aktoren miteinander verbunden werden müssen, die Leistung und die Kosten eines Controller Area Network (CAN) jedoch nicht gerechtfertigt sind.
LIN wird häufig in Subsystemen wie Türen, Fenstern, Sitzen, Lenkradmodulen und Klimaanlagen eingesetzt. Diese Subsysteme sind typischerweise mit einem übergeordneten CAN-basierten Netzwerk (z. B. Karosserie- oder Fahrwerksdomäne) verbunden, um sicherzustellen, dass CAN-basierte Diagnose- und Servicetools weiterhin auf die LIN-angebundenen Geräte zugreifen können. Dieser mehrschichtige Ansatz ermöglicht eine flexible, hierarchische Kommunikation in modernen Fahrzeugen.
LIN verwendet ein serielles Single-Wire-Kommunikationsprotokoll basierend auf der UART/SCI-Schnittstelle (Universal Asynchronous Receiver/Transmitter). Die Kommunikation wird von einem einzigen Masterknoten koordiniert, der vorhersehbare Reaktionszeiten und Latenzzeiten gewährleistet. Ein wesentliches Merkmal ist, dass die Slave-Geräte ihren Takt direkt über die Bussignale synchronisieren, was günstige Hardwaredesigns mit kostengünstigen Oszillatoren ermöglicht.
Die elektrische physikalische Schicht arbeitet über eine einadrige 12/24-V-Leitung mit einer maximalen Datenrate von 20 kbit/s. Diese Bandbreite ist zwar begrenzt, reicht aber für typische Steuerungsaufgaben in der Komfort- und Karosserieelektronik von Fahrzeugen mehr als aus.
Ein typischer LIN-Cluster umfasst einen Master und bis zu 15 Slaves (insgesamt 16 Knoten) gemäß der LIN-Spezifikation. Seine Einfachheit, der Taktsynchronisationsmechanismus und die Nutzung eines einadrigen Mediums machen LIN zu einer attraktiven und kostengünstigen Lösung im Vergleich zu komplexeren Fahrzeugnetzwerken.
Der LIN-Nachrichtenrahmen beginnt mit einem Sync Break – einem 13-Bit dominanten Pegel, der vom Master gesendet wird und den Beginn der Kommunikation signalisiert. Darauf folgt ein Synchronisationsfeld (abwechselnd 1/0), das es allen Slaves ermöglicht, ihre internen Uhren anzupassen.
Anschließend überträgt der Master das Identifier-Feld, bestehend aus einer 6-Bit-Nachrichten-ID und einer 2-Bit-Paritätsprüfung. Der Identifier definiert, welcher Slave-Knoten antworten soll und wie lang die Nachricht sein soll (2, 4 oder 8 Bytes). Der adressierte Slave sendet dann seine Datennutzlast (1–8 Bytes), gefolgt von einer Prüfsumme. Die LIN-Protokollversion 1.3 verwendet eine klassische Prüfsumme, während Version 2.0 eine erweiterte Prüfsumme zur verbesserten Fehlererkennung einführte.
LIN-Nachrichtenformate
Bei LIN gibt es verschiedene Arten von Nachrichtenformaten für die Kommunikation, die jeweils spezifische Anforderungen erfüllen. Das gebräuchlichste ist der Unconditional Frame, er erhält eine eindeutige Kennung und löst auf Anfrage des Masters stets eine Antwort des zugewiesenen Slaves aus. Dieser Nachrichtentyp wird für zyklische oder regelmäßig aktualisierte Signale wie Sitzposition, Fensterstatus oder Spiegeleinstellungen verwendet.
Um unnötigen Datenverkehr auf dem Bus zu reduzieren, wurde mit LIN 2.0 der Event Triggered Frame eingeführt. Bei diesem Typ können sich mehrere Signale eine einzige ID teilen, und nur der Slave mit den aktualisierten Daten antwortet auf die Anfrage des Masters. Antworten mehrere Slaves gleichzeitig und kommt es zu einer Kollision, werden die Daten später mithilfe von Unconditional Frames erneut übertragen. Dadurch eignen sich Event Triggered Frames besonders für Signale, die sich nur gelegentlich ändern, wie z. B. Türschalter oder bestimmte Sensorzustände.
Im Gegensatz dazu wird der Sporadic Frame direkt vom Master gesteuert. Er wird nur übertragen, wenn der Master erkennt, dass eine bestimmte Information aktualisiert werden muss. Daher eignet er sich für unregelmäßige oder seltene Ereignisse, beispielsweise Fehlermeldungen oder Steuerbefehle, die keinem festen Zyklus folgen.
Eine weitere wichtige Kategorie ist der Diagnostic Frame (IDs 60/61), der für Service- und Konfigurationszwecke reserviert ist und stets eine feste Länge von acht Datenbytes hat. Dieser Frame dienen zum Lesen von Diagnoseinformationen, zum Anpassen von Parametern oder zum Durchführen von Software-Updates und ermöglichen so eine nahtlose Kommunikation mit standardisierten Diagnosetools gemäß ISO 17987.
Schließlich gibt es benutzerdefinierte Frames (ID 62), die Systementwicklern die Flexibilität bieten, individuelle Kommunikationsstrukturen außerhalb des Standard-Frame-Zeitplans zu implementieren. Diese werden häufig eingesetzt, um spezifische proprietäre Anforderungen in komplexen Systemen zu erfüllen.
Durch die Kombination dieser verschiedenen Frame-Typen innerhalb eines Netzwerks bietet LIN ein Gleichgewicht zwischen Effizienz und Flexibilität und stellt sicher, dass sowohl häufige Steuersignale als auch seltene Diagnosemeldungen zuverlässig verarbeitet werden können.
LIN wird typischerweise in Szenarien eingesetzt, in denen Kosten und Einfachheit wichtiger sind als eine hohe Bandbreite. Typische Automobilanwendungen sind:
LIN-basiertes Tür-Subsystem, verbunden mit dem Haupt-CAN-Netzwerk
Durch die Übernahme solcher Komfort- und Karosseriefunktionen entlastet LIN den CAN-Bus und andere Hochleistungsnetzwerke und gewährleistet gleichzeitig eine zuverlässige Kommunikation. Außerhalb des Automobilbereichs wird LIN auch in einigen Industrie- und Haushaltsgeräteanwendungen eingesetzt, wo ähnliche Kosten- und Einfachheitsaspekte gelten.