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Mit dem PCAN-Explorer 7 haben wir unsere professionelle Windows-Software für CAN, CAN FD und CAN XL um eine zentrale Funktion für automatisierte Entwicklungs- und Testabläufe erweitert: Python-Scripting. Neben VBScript steht damit eine moderne Skriptsprache zur Verfügung, mit der Anwender auf das Objektmodell von PCAN-Explorer 7 zugreifen und wiederkehrende Aufgaben in CAN-Umgebungen automatisieren können. Für Ingenieure bedeutet das: PCAN-Explorer 7 bleibt nicht nur ein Werkzeug zur manuellen Analyse von CAN-Kommunikation, sondern wird zur skriptfähigen Plattform für Diagnose, Testautomatisierung, Logging, Reporting und prototypische Prüfabläufe. Dieser Artikel stellt das Highlight-Feature Python im Detail vor, zeigt praxisrelevante Beispiele auf und erklärt, wie es künftig weiterentwickelt werden könnte.
Aus Sicht unserer Softwareentwickler ist die Integration von Python ein konsequenter Schritt: Zum einen ist Python heute in vielen technischen Bereichen etabliert: in Testsystemen, in der Automatisierung, in CI/CD-Umgebungen, in der Datenanalyse und -kommunikation sowie in der Automotive-Entwicklung. Zum anderen wird VBScript als bisherige Skripttechnologie langfristig nicht zukunftssicher. Microsoft hat die schrittweise Ausmusterung von VBScript bekannt gegeben. Python bietet PCAN-Explorer 7 somit eine zukunftsorientierte Grundlage für individuelles Skripting und Automatisierung – direkt in der Programmumgebung. Python wurde gewählt, weil die Sprache eine klare Syntax, hohe Lesbarkeit und eine umfangreiche Standardbibliothek bietet. Für den PCAN-Explorer 7 ist das besonders relevant: Viele Automatisierungsaufgaben lassen sich in kurzen, gut wartbaren Skripten abbilden – vom Laden eines Projekts über das Aufzeichnen eines Traces bis zur Auswertung von CAN-Daten.
Bild 1: Offizielles Python-Logo.
Python ist eine interpretierte Skriptsprache. Ihr Code wird nicht wie bei klassischen kompilierten Sprachen vorab in ein ausführbares Programm übersetzt, sondern direkt ausgeführt. Für technische Anwender ist das ein klarer Vorteil: Skripte lassen sich schnell schreiben, testen, ändern und erneut ausführen. Gleichzeitig unterstützt Python strukturierte Programmierung mit Variablen, Funktionen, Schleifen, Bedingungen, Listen, Dictionarys sowie Dateioperationen. Für Anwender des PCAN-Explorer 7 heißt das: CAN-Kommunikation kann nicht nur beobachtet, sondern Abläufe gezielt gesteuert werden. Beispiele sind das Öffnen von Projekten, das Starten und Stoppen von Trace-Aufzeichnungen, das Auslesen von CAN-Rohdaten, die Verarbeitung von Signalen, das Schreiben von CSV- oder Excel-Dateien oder die Steuerung von Visualisierungen über das Instruments Panel oder den Plotter.
Geeignet ist das Feature vor allem für Ingenieure, Testentwickler, Applikationsingenieure und Power-User mit Grundkenntnissen in CAN, CAN FD oder CAN XL sowie soliden Python-Basics. Man muss kein Softwareentwickler sein, sollte aber Variablen, Funktionen, Schleifen, Bedingungen, Listen, Dictionarys und Dateioperationen verstehen. Zusätzlich ist ein grundlegendes Verständnis der PCAN/API-Struktur hilfreich.
Der wichtigste Vorteil ist die Automatisierung. Wiederkehrende Arbeitsschritte lassen sich reproduzierbar ausführen: Projekt laden, Verbindung herstellen, Trace starten, definierte Nachrichten senden, Antwort auswerten, Ergebnis protokollieren. Dadurch sinkt der manuelle Aufwand, während Testabläufe vergleichbarer werden. Ein zweiter Vorteil ist die Erweiterbarkeit. Python verfügt über eine große Standardbibliothek und kann – je nach verwendeter Python-Installation – durch externe Module für Analyse, Logging oder Reporting erweitert werden. Im PCAN-Explorer 7 ist aktuell Python 3.13 enthalten (Stand 2026). Zusätzlich kann eine eigene Python-Installation verwendet werden, wodurch weitere Module und Bibliotheken möglich werden. Drittens verbessert Python die Wartbarkeit technischer Automatisierung. Im Vergleich zu VBScript bietet Python eine höhere Lesbarkeit sowie eine größere Bibliothekslandschaft.
Bild 2: Die Oberfläche des PCAN-Explorer 7 mit Python-Window.
Gängige Anwendungen für Python-Scripting im PCAN-Explorer 7 sind kundenspezifische Automatisierungsaufgaben rund um CAN-Kommunikation, Analyse und Test. Dazu zählen Checksummen- und CRC-Prüfungen, Signalvisualisierung, Logging in CSV- oder Excel-Dateien, einfache Restbussimulationen, Testautomatisierung und Diagnoseabläufe. Ebenso lassen sich Systeminformationen wie Uhrzeit oder Datum übertragen, einfache High-Layer-Protokolle mit Handshake-Logik umsetzen oder Zustandsautomaten realisieren, etwa für das Flashen kundenspezifischer Geräte oder ECUs. Darüber hinaus kann Python die Nutzung bestehender Funktionen wie CAN-Tracer und Instruments Panel Add-in erweitern und stärker an projektspezifische Anforderungen anpassen.
Ein klassischer Anwendungsfall ist das automatisierte Logging. Ein Python-Skript kann einen Trace starten, für eine definierte Zeit laufen lassen und anschließend prüfen, ob bestimmte CAN-IDs, Signale oder Fehlermuster aufgetreten sind. Das ist nützlich für Dauerläufe, Inbetriebnahmen oder Regressionstests. Der Nutzen liegt in der Reproduzierbarkeit: Jeder Testlauf folgt derselben Logik. Messdaten können automatisch benannt, gespeichert und später verglichen werden.
Bild 3: Schematisches Beispiel für automatisiertes Logging via Python-Script.
Ein weiterer Anwendungsfall ist die signalbasierte Auswertung. In Entwicklungsprojekten reicht es oft nicht, nur Datenbytes zu betrachten. Entscheidend sind physikalische Signale wie Temperatur, Drehzahl, Spannung oder Statuswerte. Über Symbol- oder Datenbeschreibungen lassen sich CAN-Nachrichten semantisch auswerten. Damit wird aus einer manuellen Sichtprüfung ein automatischer Plausibilitätstest. Gerade bei CAN FD und CAN XL mit größeren Datenfeldern steigt der Nutzen solcher Prüfungen.
Bild 4: Python-Beispiel für signalbasierte Auswertung.
Auch CSV-Logging und Reporting gehören zu den gängigen Einsatzbereichen. Python eignet sich sehr gut, um Messwerte strukturiert in Dateien zu schreiben. So können CAN-Daten aus dem PCAN-Explorer 7 direkt für Auswertungen, Prüfberichte oder externe Tools vorbereitet werden. Das ist besonders sinnvoll, wenn Messergebnisse nicht nur betrachtet, sondern dokumentiert oder mit anderen Testläufen verglichen werden sollen.
Bild 5: CSV-Logging und Reporting als Python-Script.
PCAN-Explorer 7 bietet Anwendern nicht nur die Möglichkeit, eigene Python-Skripte zu erstellen, sondern stellt auch konkrete Programmierbeispiele direkt über die Software-Hilfe bereit. Im Bereich „Automating Tasks in PCAN-Explorer“ findet sich eine Übersicht über alle verfügbaren Objekte des PCAN-Explorer-Objektmodells (siehe Grafik).
Bild 6: Übersicht über verfügbare Objekte, die per Python im PCAN-Explorer 7 nutzbar sind.
Diese Beispiele zeigen, wie sich Funktionen der Software per Skript ansprechen lassen – etwa für den Zugriff auf Projekte, Verbindungen, Nachrichten, Signale oder Automatisierungsabläufe. Die Beispiele sind sowohl für VBScript als auch für Python verfügbar. Ergänzt wird dies durch eine vollständige Referenz der verfügbaren Objekte, einschließlich Diagrammen zum Objektmodell von PCAN-Explorer sowie zu Add-Ins wie Instruments Panel und Plotter. Diese Übersicht ist im PE7 über die Hilfe des jeweils verwendeten Add-Ins abrufbar, etwa im Instruments Panel unter „Instruments Panel Object Model“ und „Diagram of the Instruments Panel Object Model“.
Bild 7: Überblick über das Objektmodell im PE7-Add-In Instruments Panel.
Bild 8: Überblick über das Objektmodell im PE7-Plotter Add-In.
Python-Scripting macht PCAN-Explorer 7 zukunftsfähiger für moderne Entwicklungsprozesse. Schon heute lassen sich manuelle CAN-Analysen in automatisierte Abläufe überführen. Nach aktuellem Stand stehen konkrete Erweiterungen zwar noch nicht zur Verfügung, es gibt aber zahlreiche Ideen. Mögliche Themen sind die Nachrüstung von PCAN-Explorer-Events für Python, die heute noch nicht wie in VBScript verfügbar sind, sowie eine Debug-Funktionalität in einer späteren Version. Der wichtigste Punkt ist jedoch bereits jetzt klar: Python erweitert PCAN-Explorer 7 von einem leistungsfähigen CAN-Analysewerkzeug zu einer flexiblen Automatisierungsplattform für professionelle Anwender.